„Nie wieder Krieg! Wir werden die Wehrpflicht verhindern"
Am Freitag, den 25.9.2026 fand der dritte bundesweite Schulstreik gegen Wehrpflicht statt, mit über 45.000 Schülerinnen und Schülern und Aktionen in ungefähr 80 Städten.
Junge Menschen demonstrieren gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht und gegen Zwangsmusterungen.
Auch in Göttingen folgten mehrere hundert, v.a. Schülerinnen und Schüler dem Aufruf. Die Demonstration startete am Gänseliesel, führte zum Bahnhof und endete wieder in der Innenstadt.
Die jungen Menschen hielten starke Reden mit Verweisen auf historische Ereignisse vor den vergangenen Weltkriegen und äußerten fundiert Kritik an den gegenwärtigen internationalen Kriegen, dem Genozid an der palestinensischen Bevölkerung und der Aufrüstungspolitik Deutschlands.
Dem Demozug schlossen sich dem Frieden verpflichtete Göttingerinnen und Göttinger an, u.a. steuerten die Eltern gegen Wehrpflicht einen Redebeitrag bei. Ihr Anliegen ist es, die Schülerinnen und Schüler in ihrem Widerstand gegen die Wiederaufnahme der Wehrpflicht und alle weiteren Eskalationen, die zur Kriegsvorbereitung dienen, zu unterstützen.
Das muss unser aller Auftrag sein. Der nächste Schulstreik findet - deutschland weit und darüber hinaus - am 20.11.2026 statt.
Unpassende mediale Berichterstattung und entsprechend geringe Beteiligung der Bevölkerung
Schlossen sich vor wenigen Jahren bei den zunächst kleinen Demonstration von „fridays for future" noch eine große Anzahl an Eltern, Großeltern und Sympathisantinnen und Sympathisanten der Bewegung an und nahmen sich hierfür Freitagnachmittags frei, fällt auf, dass Ältere bei den Schulstreikdemos kaum zu finden sind. Sie wären von einem Krieg genauso betroffen wie die jungen Menschen.
Wieso gibt es hier keine Massenbewegung, wenn unser Grundgesetz in Gefahr ist? Es fordert, dass nie wieder ein Krieg von deutschem Boden aus stattfinden darf! Es müsste hier - gerade in Deutschland - mindestens zu solchen Massenbewegungen kommen wie beispielsweise in Frankreich, die ebenfalls durch Schülerinnen und Schüler initiiert werden.
Hier einige Artikel aus der Tageszeitung JungeWelt zum Thema:
Bildungspolitik - Aufstand vor den Schultoren
Frankreich - ein Hauch von Mai 68
Jeunesse revoltee - Schülerproteste in Frankreich
Militarisierung und Kriegstreiberei auf der einen und Sozialabbau, Verschlechterung von Arbeitsbedingungen, Ressourcenverschwendung sowie Umweltzerstörung auf der anderen Seite gehören zusammen und sollten mit aller Kraft von allen Teilen der Bevölkerung verhindert werden.
Diejenigen aus der älteren Generation, die für die Umwelt auf die Strasse gingen und heute ihre Verantwortung nicht mehr wahrnehmen, sollten sich in Erinnerung rufen, dass Kriege und Kriegsproduktionen die größten Umweltzerstörer sind.
Eine Teilnahme und Unterstützung an den Schülerdemos gegen Krieg und Wehrpflicht würde also „mehrere Fliegen mit einer Klappe" schlagen.
Wird dieser Zusammenhang nicht gesehen? Oder wird er gesehen und das Thema CO2 Bilanz, Umweltzerstörung durch Kriege etc. soll nicht ins Blickfeld geraten, um die wirklichen Verursacher zu schonen? Ist der Zweck der Aufteilung in Umweltschutz hier und Frieden da der, dass sie damit weiter machen können?
Dabei stellt sich die Frage, ob auch das GöttingerTageblatt dieser Gruppe angehören möchte und deshalb mit keiner Zeile über den Schülerstreik am 25.9.2026 berichtet hat.
HIER findet Ihr weitere Fotos vom Schulstreik gegen die Wehrpflicht vom 25.09.2026 in Göttingen. Alle verwendeten Fotos mit freundlicher Genehmigung von Klaus-Peter Wittemann.